Tisa von der Schulenburg-Preis 2026

 

Malerei – Bildhauerei – Grafik – Zeichnung

 

Der Tisa-Preis erinnert an das Leben und Wirken von Tisa von der Schulenburg. Sie wurde 1903 in Tressow geboren und starb 2001 in Dorsten, wo sie seit 1950 als Schwester Paula im Ursulinenkloster lebte und arbeitete. Tisa hat sich zeitlebens intensiv mit Menschen in Grenzsituationen beschäftigt. Situationen, die den Menschen zutiefst betreffen und ihm das Letzte abverlangen. Sie hat nicht nur die körperliche Schwere der industriellen und insbesondere der bergmännischen Arbeit ausdrucksvoll dargestellt, sondern diese „Menschen vor Ort“ in ihrem ganz wesentlichen Teil ihrer Existenz erfasst. Dieser selten ausdrucksstarke existentielle Ernst findet sich auch in den Darstellungen von Aussätzigen in Äthiopien, in politischen Ereignissen (Chile, Vietnam, Südafrika, Kosovo) oder den Judenpogromen bis hin zum Holocaust.

 

Der Tisa-Preis soll den Geist von Tisa von der Schulenburg (Schwester Paula) weitertragen. Er ist geprägt von einem tiefen Verständnis für die Nöte der Menschen in der Welt, die Verhältnisse der Arbeitswelt und zugleich von starkem Gottvertrauen. Dieser Geist verbindet ein Bewusstsein für die eigene Herkunft mit großer Offenheit und der Aufforderung für die Sorge und den Zusammenhalt. Er ist zugleich geprägt von einem Gefühl für die Schönheit unserer Welt und von Zuversicht in die Gestaltungskraft der Menschen unter der Maßgabe der Humanität.

Tisa von der Schulenburg-Preis 2026

 

Teilnahme und Wettbewerbsbedingungen

 

Teilnahme

Zum Wettbewerb zugelassen sind Künstler:innen, die in Deutschland leben und arbeiten, oder Bewerber:innen mit deutscher Staatsangehörigkeit – unabhängig vom Wohnsitz. Der Tisa-Preis ist als Förderpreis angelegt. Bewerben können sich Personen bis zum Geburtsjahrgang 1986 einschließlich, die nicht älter als 40 Jahre sind.

 

Kunstpreis und Ausstellung

Der Tisa-Preis wird für die künstlerischen Medien Malerei, Bildhauerei, Grafik und Zeichnung ausgeschrieben und ist mit 10.000 € dotiert. Mit dem Preis ist eine Einzelausstellung der Preisträgerin/des Preisträgers verbunden, welche im Zeitraum September bis Dezember 2026 in den Ausstellungsräumlichkeiten der Tisa von der Schulenburg-Stiftung auf dem ehemaligen Zechengelände Fürst Leopold“ realisiert werden soll. Die Preisverleihung erfolgt im Rahmen der Kooperations-Ausstellung „Tisa von der Schulenburg: Der empathische Blick“ (AT) im Deutschen Bergbau- Museum in Bochum.

 

Gemeinsam mit der Ausstellungsleitung der Tisa von der Schulenburg-Stiftung plant die Preisträgerin / der Preisträger die Ausstellung zum Tisa-Preis. Die Ausstellung soll Werke zeigen, die das aktuelle künstlerische Schaffen der Preisträger:innen repräsentieren. Lies Dir deshalb bitte unbedingt unsere Wettbewerbsbedingungen genau durch. Darin findest Du auch weitere Angaben zur Präsentationsform, den Formaten u.v.m.

Tisa-Preisträgerin 2023: Katharina Reich
Katharina Reich, Depot – 2024, Ausstellungsansicht
Foto ©Ferdinand Ullrich

Meine Bewerbung
um den Tisa-Preis 2026

 

Die Bewerbung für den Tisa-Preis erfolgt mit einem Überblick über das aktuelle künstlerische Schaffen der Bewerber:innen in Form eines elektronischen Portfolios. Die Bewerbung erfolgt ausschließlich über unser Online-Formular. Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an: kunstpreis26@tisa-stiftung.de.

 










    Portfolio-Upload













    Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger

    Katharina Reich

    Katharina Reich wurde 1987 in Tjumen, Westsibirien geboren und siedelte 1996 nach Deutschland um. Sie studierte von 2012 bis 2016 bildende Kunst an der Kunsthochschule Kassel bei Prof. Norbert Rademacher, der sie zur Meisterschülerin ernannte. Sie lebt und arbeitet in Berlin.

    Claudia Piepenbrock

    139 bundesdeutsche Künstler:innen bewarben sich um den Tisa-Preis 2020. Die Jury entschied sich einstimmig für die in Bremen lebende Künstlerin Claudia Piepenbrock. Ihre skulpturalen Arbeiten haben Titel und nutzen Elemente, die an (Schwer-) Industrie erinnern.

    Johanna Tiedtke

    Die Arbeiten von Johanna Tiedtke können nicht mit flüchtiger Betrachtung erfasst werden. Sehen bedeutet hier ein genaues Lesen und Reflektieren. Nicht nur das Abbild, auch der Schaffensprozess mit allen intellektuellen und technischen Überlegungen und Arbeitsgängen ist erkenn- und erfahrbar.

    Antonia Low

    In 2015, nur zwei Wochen vor der endgültigen Schließung der Zeche Auguste Victoria und damit ihrer Versetzung in den Zustand eines ungewissen Schlafs, unternahm die Künstlerin, Antonia Low, eine Serie von Abformungen des Zechenbodens – auf Schacht 4, in 886 Meter Tiefe.

    Joanna Schulte

    Die architektonische Installation „Sr Paula“ im vergessenen Kartoffelkeller des Ursulinenklosters lädt ein zu einem künstlerischen Spiel der Wahrheitssuche in Religion und Philosophie. Sich diagonal gegenüberstehend, kommunizieren zwei Teilinstallationen miteinander.

    Karin Felbermayr

    Bei Karin Felbermayr sind alle Antworten nur Fragen. In ihrer Arbeit ist sie eine Exibitionistin des Ungesagten, und wer genau hinschaut, erkennt: in ihren Verhüllungen, ihren „masquerades“, sind wir alle nichts als unbarmherzig nackt, Stereotypen eines uralten Themas.

    Birgit Brenner

    Eine hohe Qualität und eine sensible Menschenstudie zeichnen den Beitrag in 2004 von Birgit Brenner aus. In ihren Materialbildern und Rauminstallationen mit Schrift, Architektur und symbolhaften, Merksätzen, geht sie der humanen Existenz in einer inhumanen Welt nach.

    Dag Seemann

    Mit Dag Seemann aus Düsseldorf entschied sich die Jury für einen Künstler, der mit einer ebenso schlichten wie dichten Bildmetapher spricht. Eine Arbeitslampe, ein Schutzhelm, eine Lore. Der Ansatz ist einfach, knapp und prägnant – aber eben auch hintersinnig und doppelgesichtig.

    Rüdiger Kramer

    Rüdiger Kramer zeichnet und das ausschließlich. Wie er jede Heftigkeit einer expressionistischen Aussage vermeidet, tritt auch die subjektive Handschriftlichkeit des Zeichners zurück zugunsten einer Vorbereitung des Auftauchens eines Sachverhaltes.