Tisa-Preis 2026: 10. Preisträgerin steht fest!
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Für die Sonderausstellung „Fühlst Du? – Tisa von der Schulenburg – Der empathische Blick“ im Deutschen Bergbau-Museum Bochum wurden Original-Tonaufnahmen aufbereitet, die Statements, Erlebnisse und Erinnerungen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Leben und Wirken Tisa von der Schulenburgs widergeben. Tisa erzählt selbst.
Anlässlich des 25. Todestages von Tisa von der Schulenburg zeigt das Deutsche Bergbau-Museum Bochum Werke zu vier zentralen Themen: Bergbau, Holocaust, Flucht und Ausgrenzung. Jedes dieser Themen wirft Widersprüche auf. Nähe und Distanz, Angst und Hoffnung, Ausgrenzung und Zusammenhalt. Empathie hingegen bedeutet, diese Spannungen wahrzunehmen, mitzufühlen und Menschen in ihrer Handlungsfähigkeit zu sehen.
Elisabeth von der Schulenburg wird im Jahre 1903 als Tochter eines preußischen Militärattachés auf dem mecklenburgischen Familiengut Tressow geboren. Ihre Familie nennt sie „Tisa“. Gemeinsam mit ihren fünf Brüdern verlebt sie eine behütete Kindheit, zunächst in London, später auch in Berlin, Potsdam und Münster. Die Stationen ihrer Kindheit sind durch die militärische Karriere des Vaters vorgegeben. […]
Mit ihrem Stiefsohn folgt Tisa 1934 ihrem jüdischen Mann Fritz Hess nach London ins Exil. Sie tritt der linksgerichteten Künstlervereinigung Artists International Association (AIA) bei. Diese lehnt Kunst um ihrer selbst willen ab und setzt sich für sozial und politisch engagierte Werke mit Bezug zur Wirklichkeit ein. Bei einer zufälligen Begegnung erfährt Tisa 1936 von den Lebensumständen der Bergleute im nordenglischen Durham. […]
1939 reist Tisa nach Deutschland zurück, um sich von ihrem an Alterstuberkulose tödlich erkrankten Vater zu verabschieden. Die Rückkehr nach England wird ihr verweigert. Man verdächtigt sie fälschlicherweise, dem Nationalsozialismus nahezustehen. Sie trifft ihren Jugendfreund Carl Ulrich von Barner wieder und heiratet ihn am Tag des Kriegsausbruchs. Auf seinen Gütern in Trebbow und Bülow leitet sie die Verwaltung. […]
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Fritz-Dietlof von der Schulenburg, Tisas Lieblingsbruder, verbringt 1944 mit Claus Schenk Graf von Stauffenberg und weiteren Gästen das Osterfest auf Gut Trebbow. Nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wird wird Fritz-Dietlof aufgrund seiner Beteiligung am Attentat verhaftet und am 10. August 1944 in Berlin-Plötzensee gehängt. Sein Tod trifft Tisa tief und wird zu einem prägenden Moment ihres Lebens und späteren Schaffens.
Als die Front im April 1945 näher kommt, bringt Tisa die Frau ihres Bruders Fritz-Dietlof und deren sechs Kinder, die seit 1943 bei ihr gelebt haben, nach Lübeck in Sicherheit. Ende Juni 1945 flieht sie selbst über Travemünde zunächst nach Lübeck, später nach Hamburg. Dort arbeitet sie als Wohlfahrtspflegerin für die britische Armee, bevor sie als freie Mitarbeiterin für die Zeitung „Die Welt“ tätig wird. Ihre erste Reise als Reporterin führt sie ins Ruhrgebiet auf die Zeche Hannover-Hannibal in Bochum. Dort dokumentiert sie eindrücklich den Wiederaufbau des Bergbaus und entdeckt erneut ihre tiefe Verbundenheit zu den Bergleuten. […]
1948 wird Tisa die Rückkehr nach England erneut verweigert, diesmal mit dem Vorwurf kommunistischer Gesinnung. Ein persönlicher Zusammenbruch folgt. 1949 konvertiert sie mit Unterstützung von Propst Westhoff in Dorsten zum katholischen Glauben. 1950 tritt sie, unterstützt durch die damalige Oberin Mater Petra Brüning, in das dortige Kloster St. Ursula ein und wirkt dort mehr als 50 Jahre als Schwester Paula.
Nach den Jahren strenger Klausur eröffnet das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) ab Mitte der 1960er-Jahre neue Freiräume. Tisa erhält damit die Möglichkeit, sich ganz ihrer Kunst zu widmen. Es ist ihr möglich, zu reisen […]
Tisa von der Schulenburg wird 97 Jahre alt. In ihrer Biografie „Ich hab’s gewagt“ blickt sie auf ein reiches und bewegtes Leben zurück. 1993 gründet sie die Tisa von der Schulenburg-Stiftung zur Förderung junger Kunstschaffender. Ihr künstlerischer Nachlass wird im Tisa-Archiv auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Fürst Leopold in Dorsten bewahrt.
Ein umfangreiches Rahmenprogramm begleitet die Ausstellung über die gesamte Laufzeit. Die Sonderausstellung wird von der RAG-Stiftung sowie der Vereinigung der Freunde des Deutschen Bergbau-Museums Bochum e. V. unterstützt. Wir freuen uns, Sie als Besucher:innen der Ausstellung im Schwarzen Diamanten des Deutschen Bergbau-Museums Bochum begrüßen zu dürfen.
Weitere Informationen rund um die Ausstellung erhalten Sie auf unserer Website, auf Facebook, Instagram und auf der Infoseite des Bergbau-Museums.
Die Ausstellung ist seit dem 10. Februar 2026 bis zum 27. September 2026 im Schwarzen Diamanten des Deutschen Bergbau-Museums Bochum zu sehen. Es gelten die offiziellen Öffnungszeiten des Deutschen Bergbau-Museums.
Informationen vor Ihrem Besuch, zu den Führungen und Terminen entnehmen Sie bitte der der Ausstellungsübersicht auf der Website des Bergbau-Museums.
„Man kann überall Weltbürger sein, wenn man nur lernt, sich seiner Zeit zu öffnen.“
Aktuelle Meldungen zu Ausstellungen, Veranstaltungen und über die Initiative der Tisa von der Schulenburg-Stiftung.