Leuchtschrift „Fühlst du?“ in der Ausstellung von Tisa von der Schulenburg

Als Schwester Paula bei den Bergleuten blieb

V O R T R A G S R E I H E

B E R I C H T E  U N D  B I L D E R  Z U R  M A H N W A C H E
A U F  F Ü R S T  L E O P O L D

S O N N T A G,  2.  A U G U S T  2026,  15  B I S  17  U H R
D E U T S C H E S   B E R G B A U – M U S E U M

Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Kunstfreundinnen und Kunstfreunde,

 

was bleibt, wenn ein Bergwerk schließt? Für viele Menschen im Ruhrgebiet ist diese Frage nicht abstrakt. Sie berührt Arbeit, Familie, Zusammenhalt und eine Geschichte, die bis heute nachwirkt. Im Rahmen der Sonderausstellung „Fühlst du? Tisa von der Schulenburg – Der empathische Blick“ laden wir herzlich zu einem Nachmittag ein, der genau dort ansetzt: bei der Mahnwache auf Fürst Leopold in Dorsten und bei Tisas Überzeugung, nicht aus der Distanz auf soziale Konflikte zu schauen.

Von Oktober 1996 bis März 1997 protestierten Bergleute und Unterstützer:innen fünf Monate lang gegen die Schließung der Schachtanlage Fürst Leopold. Tisa von der Schulenburg, die seit 1950 als Schwester Paula im Dorstener Kloster St. Ursula lebte, stand sichtbar an ihrer Seite. In dicke Decken gehüllt, blieb sie bis in die kalten Abendstunden, demonstrierte mit, suchte die Öffentlichkeit und gab einer Auseinandersetzung Gewicht, in der es um mehr ging als um einen geschlossenen Industriestandort.

„FÜHLST DU? – Tisa von der Schulenburg – Der empathische Blick“
Fotos: Fühlst Du Leuchtschrift ©Deutsches Bergbau-Museum Bochum/Andrea Kiesendahl
Fotos Ausstellung: ©MEDIAQUISIT

Vier Stimmen, vier Perspektiven.
Ein Stück Ruhrgebiet.

 

Petra Eißing engagiert sich ehrenamtlich für die Tisa-Stiftung, begleitet Führungen durch die Dorstener Altstadt und auf den Spuren von Tisa von der Schulenburg. Sie spricht über das Leben von „Schwester Paula“ und ihre Aktionen bei der Mahnwache in Dorsten.

Ludwig Ladzinski, langjähriger Vorsitzender des Gesamtbetriebsrates der RAG Aktiengesellschaft, wird in diesem Kontext die Rahmenbedingungen der damaligen Zechenschließungen, gewerkschaftlichen Aktivitäten und auch die Folgen für Betroffene und deren Familien berichtend einordnen.

Vera Dwors, Kind einer Bergarbeiterfamilie, spricht über Ihre persönlichen Erfahrungen. „Bergleute waren ja auch Ehemänner und Väter.“

Valentin Afalete Ntem spricht als junger Studierender mit ausländischen Wurzeln über Beeinflussungen durch und Gefühle für den Steinkohlenbergbau.

Eine Bildergalerie mit Zeitungsausschnitten rundet die Information zur Mahnwache ab. Nach den Beiträgen wird voraussichtlich wieder ausreichend Zeit zur Verfügung stehen, um mit den Vortragenden noch für weitere Fragen ins Gespräch zu kommen, sich die Bildergalerie mit Zeitungsausschnitten zur Mahnwache anzuschauen und auch die Ausstellung zu besuchen.

Informationen zur Veranstaltung

 

Die Sonderausstellung „Fühlst du? Tisa von der Schulenburg – Der empathische Blick“ ist bis zum 27. September 2026 im „Schwarzen Diamanten“ des Deutschen Bergbau-Museums Bochum zu sehen. Sie erinnert an das Leben und Werk der Künstlerin und Ordensschwester Tisa von der Schulenburg. Die Sonderausstellung wird durch die RAG-Stiftung und die Vereinigung der Freunde des Deutschen Bergbau-Museums Bochum e. V. unterstützt.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und auf einen Nachmittag, der zeigt, wie nah Tisas Haltung, Dorstener Bergbaugeschichte und persönliche Erinnerungen bis heute beieinanderliegen. Wir bitten um Anmeldung per Mail bei der VFKK-Geschäftsstelle: sabine.birnfeld@bergbaumuseum.de

„Die Mahnwache auf Fürst Leopold in Dorsten.
Schwester Paula als „Heilige Barbara des Ruhrgebiets“

Sonntag, 2. August 2026, 15 bis 17 Uhr
Deutsches Bergbau-Museum Bochum,
Am Bergbaumuseum 28, 44789 Bochum
Der Eintritt ist kostenfrei.